Mittwoch, 11 Mai 2016 10:30

Steuern und Kosten beim Immobilienkauf

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Prüfungen vor Vertragsschluss im Einzelnen:

  • Eintragung beim Grundbuch/Eigentumsregister (Registro de la Propiedad) mithilfe der eingetragenen Kaufurkunde (Escritura Pública de Compraventa), ggf. Einholung eines Auszuges aus dem Grundbuch (nota simple informativa), zur Feststellung der Eigentumsverhältnisse, Lasten und Belastungen (Hypotheken, Sicherungshypotheken, Dienstbarkeiten, steuerliche Lasten, Beschränkungen durch das spanische Küstengesetz, etc.), insbesondere auch der ordnungsgemäßen Eintragung sonstiger Anlagen (Schwimmbad, Garage, etc)
  • Zahlungen der Grundsteuer (I.B.I. - Impuesto municipal sobre los bienes inmuebles) der letzten fünf Jahre, wegen der Haftungssituation der Immobilie
  • Bei Wohnungseigentum, Bestätigung des Verwalters, dass der Verkäufer sich mit den Umlagezahlungen an die Wohnungseigentümergemeinschaft  auf dem Laufenden befindet, wegen der Haftungssituation für Umlagerückstände. Desweiteren Einsichtnahme der Satzung der Eigentümergemeinschaft und der letzten Beschlüsse der Eigentümerversammlung (Feststellung Renovierungsstau, etc.)
  • Bei Neubauten Bestätigungen, dass sämtliche elektrische Arbeiten gesetzmäßig ausgeführt und der Anschluss an das Elektrizitätsnetz erfolgt ist (Boletín de instalaciones electricas). Desweiteren Bestätigung des Architekten über die endgültige Fertigstellung des Baus (Certificacíon de final de obra). Schließlich Vorlage der Zahlungen aus Versorgungsverträgen (Gas, Wasser, Strom)
  • Bewohnbarkeitsbescheinigung der Gemeinde (Cédula de habitabilidad) über die Geeignetheit als Wohnraum 
  • Bestätigung, dass die Immobilie nicht verpachtet oder vermietet ist
  • Vorhandensein der spanischen Steueridentnummer (N.I.E.) auf Käufer- und Verkäuferseite als zwingende Beurkundungsvoraussetzung
  • ggf. Vermessung bei unklaren Grenzverhältnissen und Grundstücksgrößen

Nach Abschluss eines Immobilienkaufes in Spanien (Steuern u.a.)

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass bereits ein privatschriftlicher Vertrag die steuerlichen Folgen einer Immobilienveräußerung auslöst.

Bis zum 31.12.2006 war der Zugewinn zwischen Ankauf und Verkauf einer Immobilie seitens des Verkäufers mit einem Satz von 35% zu versteuern. Ab dem Steuerjahr 2007 gilt der reduzierte Steuersatz von 18%. In diesem Zusammenhang ist eine Quellensteuer von 3 % auf den beurkundeten Kaufpreis vom Erwerber einzubehalten und für den Verkäufer der Immobilie an den spanischen Staat abzuführen. 

Darüber hinaus wird aber auch eine oft nicht unerhebliche gemeindliche Bodenwertzuwachssteuer zum Zeitpunkt des Verkaufes des Grundstückes erhoben (Plusvalía municipal). Diese ist zwar von der Verkäuferseite zu entrichten, häufig wird aber in Immobilienkaufverträgen diese Zahlung auf die Käuferseite übertragen

Der Käufer trägt in jedem Falle die Grunderwerbssteuer, ggf. Umsatzsteuer auf den Kaufpreis.

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